Standpunkte des DKAC Brandenburg/Sachsen e.V.
1. Freie Ausübung des spezialisierten Angelns
In der Historie hat sich der Angelsport wesentlich verändert. War ursprünglich die reine Nahrungsbeschaffung der Grund des Angelns, hat sich im Laufe der Industrialisierung das Angeln zum Freizeitsport gewandelt. Dabei haben sich verschiedenste Ausrichtungen und Spezialisierungen des „Fische Fangens“ entwickelt. Die einzelnen, spezialisierten Gruppen verwenden dabei verschiedenste Methoden und entwickeln dabei die Angelei immer weiter. Durch die oft neuen und eigenwilligen Methoden und den höheren Fangerfolg treffen die spezialisierten Gruppen nicht immer auf Zustimmung der anderen Angler und Mitmenschen. Wir sind aber der Meinung, dass der Karpfenangler genauso wie beispielsweise der Aalangler über Nacht sein Hobby ausüben sollte oder der Raubfischangler vom Boot schleppen darf. Hier gibt es aber verschiedene Gesetze und Verordnungen aus anderen Gesetzesbereichen, die sich überschneiden. Dort gilt es aber, mit den verschiedenen Interessensgemeinschaften in Kontakt zu treten und gemeinsam Lösungen zu finden.
2. Fangen und Zurücksetzen von Fischen
Das Thema Zurücksetzen von Fischen wird in Deutschland sehr kontrovers diskutiert. Nach unserer Ansicht wird von vielen Interessengemeinschaften die aktuelle Gesetzeslage einfach falsch interpretiert. Im Tierschutzgesetz wird erklärt, dass einem Tier nur Leid und Schmerzen zugefügt werden darf, wenn dies aus vertretbaren Gründen geschieht. Der Verzehr der Fische ist dabei der wohl wichtigste Grund. Andere Gesetze weisen aber darauf hin, dass untermaßige Fische, bedrohte Arten oder in der Schonzeit gefangene Fische schonend zurückzusetzen sind. Würde ein Angler dies missachten, dann würde er gegen geltendes Recht verstoßen und sich dadurch strafbar machen. Dazu ist es in keinem deutschen Gesetz aufgeführt, dass Fische einem Gewässer entnommen werden müssen! Nach wissenschaftlichen Studien ist sogar anzunehmen, dass die Entnahme von großen Fischen schädlich für den gesamten Fischbestand eines Gewässers sein kann, da größere Fischexemplare wesentlich mehr Eier legen und das genetische Potenzial von großen Fischen wertvoller ist. Der DKAC Brandenbrug/Sachsen e.V. vertritt deshalb die Meinung, dass kapitale Laichfische nicht zwingend abgeschlagen werden müssen. Variable Lösungen wie z. B. das „Küchenfenster“ sind anzustreben, um die jeweiligen Fischbestände natürlich zu erhalten. Daher sollte sich jeder Angler das Recht vorbehalten dürfen, gefangene Fische auch zurückzusetzen.
3. Umgang mit der Natur
Der Lebensraum „Wasser und Umgebung“ stellt für unzählige Tiere und Pflanzen eine einzigartige Umwelt dar, die es unbedingt zu schützen gilt. Alleine in Deutschland wird jeden Tag eine Fläche von 120 Hektar zubetoniert, weltweit sind es sogar knapp 330 Quadratkilometer. Dies entspricht etwa der Fläche von München! Daher schreitet die Zerstörung unzähliger Biotope, die die Grundlage der Lebensräume für tausende von Tieren und Pflanzen bilden und auch für uns Menschen einen unschätzbaren Wert an Freizeitgestaltung und Erholung bieten, unweigerlich voran. Die cirka eine Million organisierten und noch weitere unorganisierten Angler in Deutschland, haben ihren Worten in Vergangenheit und Gegenwart schon oft Taten in Schutz und Renaturierung von tausenden Hektar Wasserfläche folgen lassen. Der große finanzielle Einsatz, aber auch die ehrenamtlichen Arbeitsstunden sind im deutschen Naturschutz nicht mehr weg zu diskutieren. Unser Bestreben sollte daher auch in Zukunft sein, dass alle Angler sich weiterhin für den Naturschutz einsetzen und jeder bei der Ausübung seines Hobbys nachhaltig mit der Natur umgeht.
4. Umgang mit Tieren
Allzu oft wird der Angler fälschlicher Weise als Tierquäler dargestellt, da der Focus einzig und allein auf den eigentlichen Fang des Fisches fällt. Dabei werden die zahlreichen Bemühungen, die dem Schutz und dem Aufbau von Tierpopulationen in und außerhalb des Wassers dienen, leider gänzlich missachtet. Eine erfolgreiche und erholsame Angelfischerei kann nur stattfinden, wenn in unseren Bemühungen der Tierschutz mit einfließt. Maßnahmen wie Schongebiete, Schonzeiten, im Besonderen die Einführung von Schonmaßen auch für große Fischexemplare, nachhaltige Fangbegrenzungen, Verhinderung von Gewässerverunreinigungen, Besatzmaßnahmen und noch viele weitere, sind Beiträge von uns Anglern zum Schutze der Tiere. Ein nachhaltiger und respektvoller Umgang mit Tieren ist für uns ein wichtiger Aspekt der Angelfischerei.
5. Umgang mit Mitanglern und der Öffentlichkeit
Der spezialisierte Karpfenangler eckt mit seinen Methoden oftmals bei anderen Anglern an. Sei es nun durch neue Geräte wie Bissanzeiger, Echolote oder GPS, durch lange Angelzeit am Wasser oder durch einen anderen Umgang mit Ködern und Futter. Grundsätzlich spricht für uns nichts gegen den Einsatz der verschiedenen Hilfsmittel und Methoden und wir werden uns auch dafür einsetzen. Es sollte aber im gesamten Verhalten Rücksicht auf alle Mitangler und die Umwelt genommen werden. Das Bild des Anglers sollte in der Öffentlichkeit weiterhin verbessert werden und daher ist von uns noch viel Aufklärung zu leisten. Das Verhalten am Wasser sollte immer nachhaltig und naturbewusst geschehen, damit wir als das erkannt werden was wir eigentlich sind.
6. Umgang mit Kinder und Jugendlichen
Vor allem auf unseren Nachwuchs am Wasser üben die spezialisierten Angelmethoden einen großen Reiz aus. Dabei ist es uns wichtig, die richtigen Werte im Umgang mit der Natur und den Tieren an die zukünftige Angelgeneration zu vermitteln. Dabei stehen der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und das faire Miteinander im Mittelpunkt unseres Handelns.
Verhaltenskodex
Um alle unsere Standpunkte gegenüber unseren Mitmenschen, Mitanglern und anderen Interessensgruppen zu vertreten, ist es unumgänglich, dass wir uns im Umgang mit unseren Mitmenschen und Mitanglern vorbildlich verhalten. Daher wird jeder organisierte Mitangler des DKAC Brandenburg/Sachsen e.V. sich verantwortlich dafür zeigen, dass folgende Verhaltensformen gelebt und weiter getragen werden:
- Beim ausüben der Angelfischerei betrachten wir unsere natürliche Umwelt als ausnahmslos schützenswert. Wir schonen die Ufervegetation und verschmutzen nicht unsere Gewässer, sondern gehen als Vorbild voran und entfernen auch die Reste der Vorangler, damit der Angler an sich kein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit erfährt. Mitangler, die sich nicht nachhaltig am Wasser verhalten, werden freundlich aufgeklärt!
- Der Umgang mit allen Fischen geschieht mit dem nötigen Respekt gegenüber der Kreatur. Dabei werden die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen ausnahmslos eingehalten. Das Umsetzten von Fischen in andere Gewässer, sollte nur durch sinnvollen Hege- oder Schutzmaßnahmen geschehen. Das Umsetzten von Fischen, um daraus persönliche Vorteile zu erlangen, werden von uns nicht geduldet.
- Der Umgang mit unseren Mitanglern ist rücksichtsvoll und zielt auf ein verständnisvolles Miteinander ab. Unsere Angelgewässer „gehören“ nicht ein paar wenigen Anglern, sondern sind von allen Anglern gleichermaßen zu nutzen. Dies beinhaltet auch einen gewissen Abstand zum angelnden Nachbarn, wobei eine Hakenmontage, die auf mehrere hundert Meter gerudert wurde genauso überlegenswert ist und je nach Situation auch mal darauf verzichtet werden sollte, um Streit zu vermeiden.
- Der Umgang mit neuen Methoden und Geräten sollte dem Zweck dienen und nicht der persönlichen Profilierung. Aufklärungsarbeit über neue Methoden und Geräte gegenüber dem „nicht spezialisiertem Angler“ bringt dabei mehr Verständnis als Ablehnung!
- Unser Verhalten am Wasser ist gegenüber der Tierwelt respektvoll und nachhaltig. Wir verhalten uns unauffällig und ruhig am Gewässer, damit die Fauna am Wasser nicht gestört wird. Unser Verhalten wird die Mitmenschen und Mitangler am Gewässer nicht stören.
- Durch unsere Kompetenz über ein nachhaltiges Miteinander zwischen Menschen und Natur gehen wir als gutes Beispiel voran. Diese sozial wichtige Komponente geben wir unseren Mitmenschen durch Aufklärungsarbeit weiter. Vor allem im Jugendbereich ist uns Aufklärung sehr wichtig, damit unsere Kinder und Jugendlichen lernen mit der Natur nachhaltig umzugehen.
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